4. Beachvolleyball Europameisterschaft in der Ukraine
Text und Fotos: Katharina Pape
Datum: 24. August 2018
1. Tag, 10.08.2018
Heute war es der Tag des Wiedersehens und der Start in die Ukraine. Die Teams GER 1 und GER 2, Coach Johannes Koch und Verbandsfachwartin Katharina Pape trafen sich am Frankfurter Flughafen. Dabei hatte der Tag nicht gut begonnen, denn Spieler Tobias Franz hatte aufgrund eines Unwetters im Norden Schwierigkeiten mit dem Zug nach Frankfurt zu gelangen und musste notgedrungen mit dem Flieger anreisen.
Das DGS-Beachvolleyball-Team
Mit kleiner Verspätung landeten wir in der Ukraine und wurden herzlich von den Organisatoren und von unserer Physiotherapeutin Anneke Meinen im Empfang genommen. Die Organisatoren waren bestens vorbereitet. Mit einem Kleinbus wurden wir zu unserer Unterkunft ins Hotel Bakkara gebracht. Es war eine sehr besondere Unterkunft, nämlich ein Hausboot! Welches am drittgrößten Fluss Europas, namens Dnjepr, fest verankert ist. Dort übernachteten auch alle Athleten sowie die Offiziellen aus den verschiedenen Nationen Europas. Es war beeindruckend dort an Bord zu gehen und wir fühlten uns sehr wohl.
Wir nutzen die restliche Zeit für die Gespräche, Ankommen, Sachen auszupacken, Pläne zu schmieden und uns von der Reise zu erholen.
2. Tag, 11.08.2018
Nach dem Frühstück ging es zum ersten Mal zur Beachvolleyball-Anlage zum einstündigen Training. Die Anlage ist ebenfalls am Dnjepr gelegen. Das Wetter spielte optimal mit. Die Jungs konnten sich rasch an die Bedingungen und Sand anpassen.
Nach dem Training ging es zum Mittagsessen und Ausruhen aufs Schiff. Katharina Pape und die Spieler fuhren nach einer kurzen Pause in den Ort, besorgten Wasser und Verpflegung. Der Ausflug war abenteuerlich, da die Ukrainer kaum Englisch verstehen und sprechen. Nach einer gefühlten Stunde haben wir es endlich geschafft mit Gesten, Händen und Füßen den Taxifahrer zu erklären, dass wir zum Supermarkt wollten.
3. Tag, 12.08.2018
Der Tag begann mit der Morgenaktivierung, die Anneke Meinen anleitete. Danach ließen wir den Vormittag langsam angehen und analysierten die Matches gegnerischer Teams. Abends wurde bei der 1. Technischen Sitzung die Auslosung durchgeführt.
GER 1 kam zusammen mit Russland 2, Moldawien und Italien in Gruppe D. Für GER 2 war die Gruppenauslosung mit dem 1. (Ukraine 2), 7. (Tschechien 1) und 8. (Weißrussland) der Deaflympics ein absolutes Lospech. Das erste Spiel für GER 1 war somit gegen Italien und GER 2 musste gegen Weißrussland ran.
Im EM-Einsatz
4. Tag, 13.08.2018 – Die Spiele starteten
Das Warten hatte ein Ende und die Spiele starteten endlich! GER 1 war in relativ entspannt und die Spieler freuten sich auf die kommenden Spiele. Der Auftakt war zurückhaltend und das Team noch nicht 100%ig eingespielt. Doch es gelang ihnen, Italien mit einem 2:0 (21:16 I 21:19) zu schlagen.
GER 2 hatte einen gelungenen Auftakt. Leider konnte das Team das Niveau nicht halten und verlor gegen eine sehr eingespielte und abgezockte Mannschaft mit 1:2 (16:21 I 21:17 I 9:15).
5. Tag, 14.08.2018
Für diesen Tag standen für beide Teams mehrere Gruppenspiele an. GER 2 spielte gegen Estland und gewann überragend 2:0 (21:11 I 21:11).
Im nächsten Spiel trafen die Deutschen auf den Gruppenfavoriten Russland 2. Nach einem durchwachsenen ersten Satz spielte das Team einen großartigen zweiten und dritten Satz. Trotzdem wurde es am Ende des 3. Satz noch einmal spannend, aber beim Stand von 13:13 behielten die Deutschen die Nerven und gewannen 15:13. Eine absolute Sensation. Das dritte Spiel der Gruppe gegen Moldawien wurde souverän gewonnen. GER 1 gewann hoch 2:0 (21:8 I 21:6) und beendete die Gruppenspiele als Gruppensieger!
GER 2 mussten sich gegen die professionellen Berufsvolleyballer Tsapkalenko/Koshkarow alias Ukraine 2 geschlagen geben. Ukraine gewinnt 2:0 (21:12 I 21:10). GER 2 blieb nur noch ein Spiel, welches darüber entschied, ob sie den Einzug ins Viertelfinale schaffen.
6. Tag, 15.08.2018
Um 9.45 Uhr lieferten Henrik Templin und Tobias Franz (GER 2) ein spannendes Duell gegen Shopovy und Bocek aus Tschechien. Da Tschechien gegen Weißrussland mit 2:1 gewonnen hatte, hatten wir im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien die Chance mit einem hohen Sieg den 2. Platz in der Gruppe und damit den Viertelfinaleinzug klar zu machen. In diesem Spiel stand das Team unter maximalem unter Druck, gewann das Spiel aber souverän mit 2:0. Eine erstaunliche Leistung für so ein junges Team. Das Viertelfinale war gebucht und damit das Minimalziel erreicht.
Nach dem Spiel ging es zurück ins Hotel. Abends besprach Coach Johannes Koch mit den einzelnen Teams die Taktiken für das Spiel am nächsten Tag. Es war keine gewöhnliche Taktik-Besprechung, denn GER 1 musste gegen GER 2 antreten. Dabei hatte GER 2 den Vorteil, dass sie die Gegner aus den gemeinsamen Lehrgängen und somit auch deren Schwachstellen bereits bekannt waren.
7. Tag, 16.08.2018 – Viertelfinale
Der siebte Spieltag war sehr ungewohnt aber zugleich auch spannend. GER 1 und GER 2 kämpften im Viertelfinale um den Einzug ins Halbfinale. Templin und Franz gaben alles und konnten sogar einen Satz für sich verzeichnen. Letztendlich war das Team GER 1 jedoch überlegen und schlug GER 2 mit 2:1 (21:14 I 18:21 I 15:9). Die Freude über den Einzug ins Halbfinale war groß. Trotz des knappen Ergebnisses war die Stimmung im gesamten Team entspannt. Gemeinsam mit Trainer Koch bereiteten sich die Teams am Abend mental und taktisch für den nächsten Spieltag vor. Es erwarteten sie keine leichten Gegner: Russland 2 vs. GER 2 und Ukraine 1 vs. GER 1. Die Russen und Ukrainer spielen im Profibereich und sehen daher im Gehörlosensport an der Weltspitze. Für die deutschen Athleten war klar, dass sie alles geben mussten, um weiterzukommen.
Direkt im Anschluss an das Match spielte GER 2 das nächste Überkreuz-Spiel um den 5. Platz gegen Polen 2. Sie hielten das hohe Niveau und gewannen den ersten Satz sehr souverän 2:0 (21:18 I 21:17).
Im abschließenden Spiel um Platz 7 traf das Team auf Russland 1. Leider fanden die Athleten hier nicht ins Spiel und scheiterten an ihrer Unerfahrenheit. Endergebnis war 0:2 und damit Platz 8 für GER 2.
GER 1 zeigte viele schöne Spielzüge im Match gegen Ukraine 1, doch die Ukrainer waren technisch und taktisch deutlich überlegen. GER 1 gab im zweiten Satz nochmal alles und versuchte die Schwachstellen der Ukrainer zu nutzen. Doch Pähler und Sudy kamen an das hohe Spielniveau der Ukrainer nicht heran. Der Einzug ins Finale gelang nicht. Ergebnis: 2:0 (21:8 I 21:15). Letzte Medaillenchance für Deutschland war damit das kleine Finale.
8. Tag, 17.08.2018
Letzter Wettkampftag und die Nervosität bei GER 1 stiegt zunehmend, schließlich erwartete sie im Match um den dritten Platz ein schwerer Gegner: Russland 1. Die Russen sind sehr erfahrende Profispieler und als Team optimal eingespielt. Pähler und Sudy bereiteten konzentriert auf das Spiel vor. Auf dem vierten Feld hatten sie die Möglichkeit sich mit Einschlagen warm zu machen.
Interessant war auch die Stimmung im Publikum, denn die ukrainischen Fans ignorierten die Russen und jubelten nur, wenn der Moderator das deutsche Team erwähnte. Nach einem ängstlichen 1. Satz spielte GER 1 einen überragenden 2. Satz. Im dritten Satz lief es bis zum 9:9 gut, aber dann konnte das deutsche Team das Niveau leider nicht halten, so dass es am Ende doch keine Medaille wurde.
Wir möchten uns bei Allen ganz herzlich für die Unterstützung, Daumen drücken, tröstende Worte bedanken und natürlich auch den Ukrainern für die perfekt organisierte EM! 2020 geht’s hoffentlich zur WM und dann holen wir uns die Medaille!
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