Dresse & Maere Cup – Tennis Mannschafts-Weltmeisterschaften der Gehörlosen vom 14. – 20. Juli 2014 in Chattanooga/TEN
Text: Anne Köster; Fotos: Johannes Bildhauer
Datum: 22. Juli 2014
Ein Erfolg mit bitterem Nachgeschmack
Das gesamte DGS Tennis-Team
Der Dresse & Maere Cup ist zu Ende. Als Vizeweltmeister gingen die Herren ins Turnier und als Vizeweltmeister gingen sie auch wieder daraus hervor. Insgesamt nahmen neun Herrenmannschaften an den Wettkämpfen teil, darunter Top Favoriten wie Frankreich, Österreich und Deutschland selber, drei Teams, die sich seit Jahrzenten den begehrten Mannschaftstitel im Gehörlosen Tennis streitig machen und immer wieder mit schlagkräftigen neuen Gesichtern antreten. Dazu kamen kniffelige Gegner wie Großbritannien, Russland und die USA.
Diesmal war Deutschland mit vier Spielern sehr gut aufgestellt, mit Urs Breitenberger, der sich ganz unbescheiden unter den Stärksten der Welt einreihen darf, Sebastian Schäffer, der 2011 in Izmir alle seine Einzel durchbrachte und mit Breitenberger nur knapp im Finale scheiterte, Hans Tödter als idealem Doppelpartner und Thomas Meiler, der sein Debüt auf Weltniveau ebenfalls in Sofia 2013 gegeben hatte.
Aber auch die Gegner waren stark angereist, Starbesetzung bei den Franzosen mit Mikael Laurent und Vincent Novelli, Lewis Fletcher aus Großbritannien, der leider mit seinen Teamkollegen nicht die ausreichend zuverlässige Unterstützung hatte, um in einem Mannschaftswettkampf zu bestehen, Österreich musste zwar aus verbandsinternen Gründen auf Nummer Eins Mario Kargl verzichten, hatte aber mit Robert Garvogl einen nahezu gleichwertigen Spieler aufgestellt.
Schon bei der Auslosung wurde Deutschland mit Großbritannien und den USA die schwersten Gruppengegner im Turnier zugelost, konnte sich aber ohne Spielverlust an erster Stelle durchsetzen, genauso Frankreich und wie erwartet Österreich. Großbritannien und die USA scheiterten beim Kampf um eine Halbfinalchance an den Russen, die als bester Gruppenzweiter auf die deutsche Mannschaft trafen. Russland unterlag, Deutschland stand im Finale gegen die Franzosen, die mit Laurent und Novelli würdige Gegner auf den Court schickten. Am Ende waren es Nuancen, die die Deutschen um den Titelgewinn brachten. Frankreich schrieb mit diesem Titelgewinn Geschichte, zum ersten Mal gelang es Frankreich, den Dresse Cup mit nach Hause zu nehmen, Platz drei belegt Österreich.
Dresse-Cup Sieger Frankreich vor Deutschland und Österreich
Ein bitterer Nachgeschmack bleibt hinsichtlich des Frauenturniers. Die Damen kamen als Weltmeister und gingen mit dem unrühmlichen 5. Platz, der in keinerlei Hinsicht ihre Leistungsstärke widerspiegelt. Denn auch die Damen waren gut besetzt – Heike Albrecht als unbestrittene Nummer Eins in der Welt, Verena Fleckenstein, versierte und zuverlässige Doppelspielerin und die junge Vanessa Krieg mit internationaler Erfahrung seit der EM 2012 in Koblenz.
Auch hier warteten die gegnerischen Mannschaften mit Emily Hangstefer aus den USA, Bethany Brooks aus Großbritannien und Beatriz Villamandos-Lorenzo aus Spanien gut vorbereitet mit starken Spielerinnen auf, aus Taiwan kam Chiu-Mei Ho, Albrechts Kontrahentin aus dem Deaflympicsfinale 2013 in Sofia. In allen Teams waren die Topspielerinnen der Garant für einen möglichen Titelgewinn. Und genau die Topspielerin Deutschlands ging mit einer ernsthaften Erkrankung in die Gruppenspiele, die es ihr unmöglich machten, ihr Potential abzurufen. Albrecht ist eine kämpferische und ehrgeizige Spielerin, die auch unter extremen Bedingungen vollen Einsatz und erstaunlichen Siegeswillen zeigt. Das hatte sie beim Maere Cup 2007 im Halbfinale gegen Großbritannien bereits einmal bewiesen, als sie mit einer schweren Bauchmuskelzerrung ins Halbfinaleinzel gegen die Britin Catherine Fletcher (damals Graham) antrat, damals biss sie die Zähne zusammen und spielte bis an den Rand der Erschöpfung und ihr Team ins Finale. Das war ihr in Chattanooga nicht möglich, zu groß war die Entkräftung durch eine anhaltende Magenerkrankung. Damit war das Schicksal der deutschen Damen besiegelt, denn Albrecht erholte sich erst nach der Gruppenphase so weit, dass sie gemeinsam mit Fleckenstein zumindest den 5. Platz sichern konnte.
So machten die Teams aus Großbritannien, USA, Taiwan und Spanien das beste Team unter sich aus. Taiwan holte den Maere Cup vor den USA und Spanien und wiederholt damit den Erfolg von 2007 in München.
Maere-Cup Sieger Taiwan vor USA und Spanien
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