Basketball-EM 2008
Anne Köster / Katja Kluttig
Datum: 26. Juni 2008
9. Gehörlosen Basketball-Herren- und
5. Gehörlosen Basketball-Damen-Europameisterschaften 2008

in Bamberg/GER vom 20. bis 28. Juni 2008
Damen, Spiel um Plätze 5 - 8
Verdienter Sieg gegen schwache Mannschaft
Russland – Deutschland 31:50 (4:18, 6:6, 12:11, 9:15)
Der heutige Gegner der deutschen Damen war Russland. Die Russinnen hatten bislang keine große Leistung gezeigt, entsprechend entspannt konnte man in die Partie gehen.
Im ersten Viertel lief es hervorragend für die DGS-Damen, sie lagen schnell vorn und konnten bis zum Ende den Vorsprung auf 14 Punkte erhöhen. Danach lief es nicht mehr so rund, nur wenige Körbe fielen im zweiten Viertel und die Russinnen spielten gleich auf. Doch der Abstand blieb und die deutschen Damen ließen sich nicht nervös machen.
Das langsamere Tempo der Partie kam dem Zusammenspiel des Teams entgegen, so dass neben Claudia Voigt, der tragenden Säule der deutschen Mannschaft, auch die übrigen Spielerinnen ihre Fähigkeiten besser herausstellen konnten. Svenja Kalcher, Doris Klaus und Olivia Völker zeigten eine gute Leistung, sowie die gesamte Mannschaft sicherer und ausgeglichener spielte. Trotz eines Punktes weniger als Russland im dritten Viertel, gab es keinen Grund zur Unruhe.
Mit einem Viertel-Ergebnis von 9:15 im letzten Abschnitt brachten die deutschen Damen das Spiel sicher und verdient nach Hause. Eine ordentliche Leistung!
Claudia Voigt - 12 Punkte
Friederike Walz - 6 Punkte
Linda Tefs - 1 Punkt
Doris Klaus - 6 Punkte
Katja Bardt - 7 Punkte
Sonja Wucher - 4 Punkte
Olivia Völker - 8 Punkte
Svenja Kalcher - 6 Punkte
weitere Damenspiele:
Weißrussland – Polen 74:48 (26:12, 10:9,16:13, 22:14)
Auch in diesem Spiel wie schon im letzten gegen Russland zeigten die Weißrussinnen, dass sie sich seit der letzten internationalen Begegnung deutlich gesteigert haben. Sie ließen das polnische Team zu keiner Zeit so nahe heran kommen, dass der klare Sieg gefährdet gewesen wäre.
Herren:
Dem Favoriten Angst gemacht
Slowenien – Deutschland 75:58 (21:11, 7:14, 30:13, 17:20) (Viertelfinale) Nach der Niederlage gegen Spanien am Dienstag hatten die meisten Zuschauer wenig Hoffnung auf ein gutes Viertelfinal-Spiel der Deutschen gegen den Favoriten der EM, Slowenien. Entsprechend siegessicher schienen die Osteuropäer auch im ersten Viertel und ließen es locker angehen. Von den Stammspielern waren nur die Stars Miha Zupan und Sasa Lukic von Anfang an auf dem Feld, die wohl dachten, ein leichtes Spiel mit ein paar Dunkings und Dreiern als Showelemente durchziehen zu können. Aber sie hatten nicht mit einer ausgeruhten deutschen Mannschaft gerechnet. Von der ersten Minute an wach, aufmerksam und offenbar im Bewusstsein, nichts zu verlieren zu haben, spielten die Deutschen heute wunderbaren Basketball.
Im zweiten Viertel wurden die Slowenen langsam unruhig, machten sie doch nur halb soviele Punkte wie das DGS-Team. Denn heute gelangen sie, die Dreier, die Korbleger, die Rebounds. Am Ende des zweiten Viertels stand es 28:25 für Slowenien und ALLES schien möglich. Die JAKO-Arena stand Kopf, denn damit hatte niemand gerechnet, am wenigsten die Slowenen.
Um Schlimmeres zu vermeiden, wechselte Slowenien im dritten Viertel die Taktik und setzte alle Hauptspieler ein. Doch selbst das konnte das deutsche Team nicht wirklich stoppen. Hier ging es nicht um den Sieg selbst, hier ging es darum, den Mut zum Sieg zurück zu gewinnen. Und der Plan ging auf. Bis zur letzten Minute, in der Marc Schwanemeier noch einen Rebound nach Hause brachte, hielten die Deutschen Tempo, Konzentration und Kondition.
Die Trainer Andreas Hundt und Wolf-Dieter Rabast, der selbst Alt-Bundesligist ist, wechselten Stammspieler und Ersatzspieler ein, um noch Reserven für das nächste Spiel gegen Israel zu haben. Aber dies war kein aufgegebenes Spiel, es war Basketball auf höchstem Niveau und vielleicht das schönste Spiel der deutschen Mannschaft bisher. Waldemar Fliemann gelangen drei Drei-Punkte-Würfe und Roberto Scheuerer avancierte mit 14 Punkten zum Top-Scorer im deutschen Team. Aber wichtiger ist noch, dass die Gesamtleistung heute von vorn bis hinten stimmte.
Unabhängig vom weiteren Verlauf der EM hat das DGS-Team heute gezeigt, dass es zurück an die europäische Spitze und zurück an die Weltspitze gelangen kann.
Matthew Harrison - 4 Punkte
Mesut Arslan - 1 Punkt
Jens Goetz - 2 Punkte
Max Hoischen - 6 Punkte
Marc Schwanemeier - 12 Punkte
Roberto Scheuerer - 14 Punkte
Ingo Grothmann - 4 Punkte
Waldemar Fliemann - 11 Punkte
Christoph Bischlager - 2 Punkte
Benjamin Mac Neil - 2 Punkte
weitere Herrenspiele (Viertelfinale):
Litauen – Spanien 93:50 (31:15, 18:16, 20:10, 24:9) Im ersten Viertelfinalspiel der Herren kristallisierte sich schon einer der Favoriten heraus. Der Sieg der Litauer über Spanien war keine Überraschung, aber die Differenz von 43 Punkten war nach dem guten Spiel der Spanier gegen die Deutschen größer als erwartet. Israel – Ukraine 77:87 (16:15, 27:15, 19:30, 15:27) In Angst und Schrecken versetzten die israelische Mannschaft die siegessicheren Ukrainer. Das erste Viertel war hart umkämpft und ging mit einem knappen Vorsprung der Israelis aus. Im zweiten Viertel steigerten sich das Team sogar noch und lag bereits mit 13 Punkten vorn. Doch dann kam der Einbruch im dritten Viertel, die Ukrainer holten die meisten Dreier nach Hause und am Ende auch den Sieg. Türkei – Griechenland 38:100 (13:28, 12:26, 4:25, 9:21) Ein Desaster wurde die Viertelfinal Begegnung mit Griechenland für die Türken. Geschwächt durch Verletzungen in den vorherigen Spielen, konnten sie nicht ihre volle Spielstärke einsetzen und gingen hoffnungslos unter. Bereits im ersten Viertel zeichnete sich ab, dass es ein hoher Sieg für Griechenland werden würde. Polen – Russland (9:32, 16:21, 15:34, 17:27) Erneut zeigten die Russen von Anfang an ein überlegenes Spiel, das sie im ersten Viertel mit 9:32 in sicherere Führung brachte. Die schlechte Verteidigung der Polen brachte den Russen leichte Treffer. Sie gingen mit 25:53 in die zweite Halbzeit und mit der größeren Spielsicherheit gewannen sie das Spiel souverän mit 57:114 Punkten Führung. Weißrussland – Italien 49:74 (13:22, 11.21, 11:20, 14:8) Ein scheinbar ausgeglichenes Spiel zeigten die beiden Herrenmannschaften aus Weißrussland und Italien, aber bei den Italienern gelang es auch der zweiten Garde, die Weißrussen mit einem deutlichen Vorsprung hinter sich zu lassen. Zu keiner Zeit unterlegen spielte die Mannschaft aus Italien ein kräfteschonendes Spiel und siegte mit 49:74.
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