1. Frauen-Fußball-EM 2011
Anne Köster (Texte und Fotos), Yvonne Fischer (Fotos)
Datum: 12. Juni 2011
1. Frauen Fußball-Europameisterschaften der Gehörlosen vom 06. – 11. Juni 2011 in Albena/BUL
Verdienter Titelsieg für Russland! 1:3 (0:2)!
Hochmotiviert und mit Willen zum Sieg ging die deutsche Nationalelf an diesem Tag in das Spiel gegen die Erzrivalinnen aus Russland.
Die Trainerinnen hatten mit Deborah Skorupka als einzige Debütantin auf Großfeld die erfahrenen Spielerinnen aufgestellt. Laura Möller, die sich im Spiel gegen Großbritannien in der Verteidigung hervorragend bewährt hatte, nahm auch heute zusammen mit Natascha Laier, Julia Müller und Skorupka ihre Position in der Viererkette ein. Fatma Alkan und Kathleen Seifert, im ersten Spiel zwei Spielerinnen, die mit Konzentration und Schnelligkeit überzeugt hatten, stellten das defensive Mittelfeld, in der Offensive wurde Sturmspitze Anja Schorer unterstützt durch Sarah Miller, Melissa Gracic und Anja Strack.
Nach der wenig erfreulichen ersten Halbzeit im Spiel gegen Großbritannien, war es im Spiel gegen Russland wichtig, von Anfang an in der Defensive mit großem Druck in den Zweikampf zu gehen, nicht die Positionen zu verlieren und die Mittelfeld Pressingzone einzuhalten. Sobald die deutsche Mannschaft im Ballbesitz sein würde, galt es, den Ball mit präzisem Kombinationsspiel über die Außenbahn oder Pässe in die Tiefe auf Anja Schorer und Melissa Gracic vor und in das gegnerische Tor zu bringen.
In den ersten 35 Minuten ging das Konzept auf, Zweikämpfe wurden angenommen und bereits 10 Minuten nach Anpfiff hatte sich die deutsche Mannschaft mit einem konzentrierten Spielaufbau über außen zwei Torchancen herausgearbeitet, die leider nicht zum erfolgreichen Abschluss kamen, die Abwehr der Russinnen mit einer starken Frau im Tor stand. Über lange Strecken blieb das Spiel im weiteren Verlauf ausgeglichen und bot keine Höhepunkte, in der 28. Minute scheiterte Anja Schorer nach einer schönen Kombination mit Anja Strack und Fatma Alkan mit einem gekonnten Weitschuss erneut an der russischen Torhüterin. Die russische Nr. 9 Veronika Nazina erzielte in der 30. Minute den Führungstreffer, 9 Minuten später konnte Christina Gebhard einen weiteren Treffer sicher abwehren. Das Spiel der deutschen Mannschaft wurde deutlich nervöser, Natascha Laier machte kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Vorstoß aus der Defensive, vor dem Abschuss wurde sie leider von der russischen Abwehr gestoppt und Nazina nutzte die Lücke in der deutschen Abwehr zum Halbzeitstand von 2:0 für Russland.
Nach Anpfiff zur 2. Halbzeit fehlte es den Deutschen an einem geordneten Spielaufbau und nachdem es Nazina erneut gelang, einen unhaltbaren Ball ins lange Eck zu schießen und auf 3:0 zu erhöhen, knickte die Mannschaft endgültig ein. Das einzige Tor für Deutschland fiel in der 63. Minute beim Strafstoß durch Julia Müller auf Grund eines Fouls an Schorer, Müller verwandelte sicher zum 1:3. Danach waren die Russen bis Spielende einem 4:1 näher als die Deutschen einem 2:3, es kam keine geschlossenen Mannschaftsleistung mehr zustande. Es ging nur noch darum, den Ball vom deutschen Tor weg zu bekommen, und in der 85. Minute war es allein der guten Reaktion Gebhards zu verdanken, dass es nicht tatsächlich dazu kam. Nach einem letzten Schuss auf das deutsche Tor, der mit viel Glück an der oberen Latte landete, ging das Spiel nach 4 Minuten Nachspielzeit und einem Endergebnis von 1:3 für die Deutschen zu Ende.
Damit ging der Titel verdient an die konditionell und spielerisch überlegenen Russinnen, bei der nachfolgenden Siegerehrung im Stadion gab EDSO Vertreter Guido Zanecchia nochmals seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieses kleine Turnier nur der Anfang des europäischen Frauenfußballs sei.
Kader
Torhüterin: Gebhard, Christina
Anja Schorer, Sarah Miller, Anja Strack, Melissa Gracic, Fatma Alkan, Kathleen Seifert, Natascha Laier, Laura Möller, Julia Müller, Deborah Skorupka
Tore
Julia Müller
Gelbe Karte
Anja Strack
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