Pressemitteilung vom 13.05.2026 (02/26)
Bundesweiter Trikottag: Gehörlosensport darf nicht in Vergessenheit geraten
Am heutigen bundesweiten Trikottag setzen Sportvereine in ganz Deutschland ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft, Engagement und Zusammenhalt. Millionen Menschen tragen stolz ihre Vereinsfarben und zeigen damit, welche zentrale Bedeutung der Breiten und Vereinssport für unsere Gesellschaft hat.
Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB bestätigt diese Relevanz deutlich: 71 Prozent der Bevölkerung wünschen sich von der Politik mehr Investitionen in den Breiten und Vereinssport. Dieses Ergebnis ist ein klares Signal, der Vereinssport ist gesellschaftliche Infrastruktur und kein Nebenschauplatz!
Gerade deshalb ist eine Entwicklung alarmierend: Der Gehörlosensport droht in dieser breiten Wahrnehmung zu oft übersehen zu werden. Obwohl er ein unverzichtbarer Teil des organisierten Sports ist, bleibt er in Öffentlichkeit, Förderung und sportpolitischen Debatten häufig unsichtbar. Diese Unsichtbarkeit darf sich nicht verfestigen.
Der Gehörlosensport zeigt in besonderer Weise, wie Sport gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft. In den Vereinen entstehen Begegnungen, Austausch und echte Teilhabe in Deutscher Gebärdensprache. Werte wie Respekt, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung werden hier nicht nur vermittelt, sondern gelebt.
Damit diese Strukturen bestehen bleiben, braucht es deutlich mehr Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit. Ehrenamtliche Arbeit, Nachwuchsförderung sowie barrierefreie und moderne Sportangebote müssen gezielt gestärkt werden. Barrierefreiheit bedeutet dabei auch, dass gehörlose Sportlerinnen und Sportler gleichberechtigten Zugang zu Information, Kommunikation und Organisation erhalten, etwa durch konsequent eingesetzte Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher bei Veranstaltungen, Trainingslagern, Sitzungen und im täglichen Vereinsbetrieb.
Der Breiten und Vereinssport ist zudem die Grundlage des Leistungssports. Auch im Gehörlosensport entstehen Talente in den Vereinen, werden gefördert und bis auf internationales Niveau begleitet. Ohne stabile Vereinsstrukturen ist auch der Spitzensport nicht nachhaltig gesichert.
Der bundesweite Trikottag macht sichtbar, was Sport leisten kann. Diese Sichtbarkeit muss jedoch für alle gelten. Wenn der Gehörlosensport nicht aktiv mitgedacht und gefördert wird, droht er langfristig an den Rand gedrängt zu werden, trotz seiner hohen gesellschaftlichen Bedeutung.
Sport darf niemanden ausschließen. Politik und Gesellschaft sind gefordert, den Gehörlosensport nicht nur mitzudenken, sondern konsequent sichtbar zu machen, zu stärken und strukturell abzusichern.
Denn klar ist: Sportvereine verbinden Menschen, aber nur, wenn wirklich alle gesehen werden.
Kontakt:
Deutscher Gehörlosen-Sportverband e.V. (DGSV)
Von-Hünefeld-Straße 12
50829 Köln
Telefon: +49 (0) 151 50 85 46 73
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