BGegnungen in Mannheim: Einblicke in den deaflympischen Handballsport

Text und Bild: Johannes Weber

Am 27. Oktober 2026 stand bei der Veranstaltung „BGegnungen“ in Mannheim der deaflympische Handballsport im Mittelpunkt. Ausrichter war die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW). Die Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, den Sport von Menschen mit Hörschädigungen kennenzulernen und praktische Einblicke in die Besonderheiten des Trainings mit gehörlosen und hörgeschädigten Athletinnen und Athleten zu gewinnen.

Den theoretischen Teil gestaltete Ex-Bundestrainer Alex Zimpelmann. In seinem Vortrag vermittelte er Wissenswertes über den Gehörlosensport, die Deaflympics und die besonderen Anforderungen des Handballs unter erschwerten akustischen Bedingungen. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung die visuelle Wahrnehmung und eine angepasste Kommunikation für den Trainings- und Wettkampfalltag haben.

Handball ohne akustische Signale erleben

Den sportpraktischen Teil leitete Christiane Weber, Bundestrainerin der deutschen gehörlosen Frauen-Handballnationalmannschaft. Unterstützt wurde sie von zwei Handball-Nationalspielerinnen und Nationalspielern, die den Teilnehmenden die Besonderheiten des deaflympischen Handballs direkt auf dem Spielfeld näherbrachten.

Eine besondere Erfahrung wartete auf die Teilnehmenden: Sie setzten Kopfhörer auf und absolvierten die Trainingseinheit unter erschwerten Hörbedingungen. So konnten sie selbst erleben, wie sich die Kommunikation verändert, wenn Zurufe und akustische Kommandos nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Plötzlich gewinnen Blickkontakt, Gestik, eindeutige Zeichen und die gegenseitige Abstimmung im Team deutlich an Bedeutung.

Unter Anleitung der erfahrenen Trainerin und mit Unterstützung der vier jungen Handballerinnen und Handballer wurden die Übungen zu einer praktischen Begegnung mit einer anderen Art der sportlichen Kommunikation. Dabei ging es nicht nur um handballerische Fähigkeiten, sondern vor allem darum, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und neue Wege der Verständigung kennenzulernen.

Deaflympischer Sport: Leistung und Teamgeist

Die Deaflympics sind internationale Sportveranstaltungen für Menschen mit Hörschädigungen und blicken auf eine lange Tradition zurück, die 1924 in Paris begann. Der deaflympische Handball zeigt eindrucksvoll, dass sportlicher Wettbewerb, Leistungsbereitschaft und Teamgeist unabhängig vom Hörvermögen möglich sind. Gleichzeitig erfordert der Sport passende Rahmenbedingungen und eine Kommunikation, die auf die Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten abgestimmt ist.

BGegnungen schaffen Verständnis

Die Veranstaltung in Mannheim machte deutlich, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen und unterschiedliche Wahrnehmungs- und Kommunikationsweisen kennenzulernen. Die Trainingseinheit konnte zwar nicht vollständig vermitteln, wie es ist, gehörlos zu sein, ermöglichte aber einen unmittelbaren Perspektivwechsel und schärfte das Bewusstsein für die Herausforderungen im deaflympischen Sport.