2. Trainingslager in Braunschweig

Mit klaren Zielen Richtung Europameisterschaft Drei Nationalschwimmer*innen, intensive Trainingstage und ein gemeinsames Ziel: die optimale Vorbereitung auf die bevorstehende Schwimm-Europameisterschaft in Freiburg. Beim zweiten Trainingslager in Braunschweig arbeiteten Phil Goldberg, Paula Pichier und Lilia Reinhard gemeinsam mit dem neuen Bundestrainer Marcus Fellechner gezielt an Technik, Temposteuerung und wettkampfspezifischer Umsetzung. Lars Kochmann konnte aufgrund eines Wettkampfes in seiner Heimat nicht am Trainingslager teilnehmen.

Gemeinsam mit Spartenleiterin Gerda Reinhard, Nachwuchsreferentin Victoria Agostini und Physiotherapeut Tomasz Marciniak reiste das Team am Freitag nach Braunschweig. Trainiert wurde im Hallenbad Heidberg. Da die 50-Meter-Bahn nicht zur Verfügung stand, fanden die Einheiten auf der 25-Meter-Bahn statt – eine besondere Rahmenbedingung, die gleichzeitig die Möglichkeit bot, technische Details besonders intensiv zu bearbeiten. Technik im Mittelpunkt Für Bundestrainer Marcus Fellechner stand die individuelle Beobachtung der Athlet*innen im Mittelpunkt. Bewegungsabläufe wurden analysiert, technische Fehler unmittelbar erkannt und Korrekturen direkt im Wasser umgesetzt. Die Kommunikation erfolgte je nach Situation über Gebärdensprache, Schriftsprache und deutliches Mundbild. Dadurch konnten technische Hinweise unmittelbar vermittelt und von den Schwimmer*innen direkt umgesetzt werden. Gerade in der direkten Arbeit mit den Athlet*innen ist es wichtig, Bewegungsabläufe nicht nur zu sehen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sofort im Wasser zu überprüfen. Auch abseits des Beckens stand der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Beim Abendessen wurden die Trainingseinheiten reflektiert und die nächsten Schritte auf dem Weg zur Europameisterschaft besprochen. Physiotherapeut Tomasz unterstützte die Athlet*innen anschließend mit individuellen physiotherapeutischen Maßnahmen bei Regeneration und Belastungsvorbereitung.

Samstag: Vorbereitung auf Freiburg Der Samstag begann früh. Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es erneut ins Hallenbad Heidberg auf der 50m Bahn. Ein ausführliches Warm-up bereitete die Schwimmer*innen auf die bevorstehende Belastung vor, anschließend standen individuelle Trainingsschwerpunkte auf dem Programm. Nach der Einheit nutzte das Team das gemeinsame Mittagessen zum Austausch. Im Mittelpunkt stand zunehmend die bevorstehende Schwimm-Europameisterschaft in Freiburg, die in wenigen Wochen beginnt. Dabei ging es nicht nur um die sportliche Vorbereitung. Gemeinsam wurden auch organisatorische Abläufe und konkrete Maßnahmen für Freiburg besprochen. Ziel ist es, die Athlet*innen während der Europameisterschaft bestmöglich zu unterstützen und optimale Voraussetzungen für ihre Wettkämpfe zu schaffen. Da kein Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung stand, war die Kommunikation teilweise anspruchsvoller. Je nach Situation wurde daher zwischen Schrift, Lautsprache und Gebärdensprache gewechselt. Trotz dieser besonderen Rahmenbedingungen konnten die wesentlichen Inhalte intensiv und konstruktiv besprochen werden. Der Nachmittag bot Gelegenheit zur Regeneration. Da das Hallenbad aufgrund des Feiertags geschlossen war, nutzte das Team die freie Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang durch die Braunschweiger Innenstadt. Am Abend stand ein gemeinsames Essen auf dem Programm, bevor es zurück ins Hotel ging. Dort kümmerte sich Physiotherapeut Tomasz erneut individuell um alle drei Schwimmer*innen und unterstützte die Regeneration nach den bisherigen Belastungen.
 

Sonntag: Tempo, Technik und Wettkampfspezifik Auch am Sonntag begann der Trainingstag früh. Bereits beim Warm-up unterstützte Physiotherapeut Tomasz die Athlet*innen. Parallel arbeiteten Victoria und Gerda an organisatorischen und fachlichen Aufgaben für die Sparte Schwimmen. Im Wasser wurde anschließend intensiv und sehr individuell gearbeitet. Ein zentraler Schwerpunkt war die Temposteuerung. Die Athlet*innen sollten vorgegebene Geschwindigkeiten und Belastungen möglichst präzise kontrollieren und lernen, ihr Tempo auch unter zunehmender Ermüdung stabil zu halten. Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem technischen Details in den einzelnen Schwimmarten. Im Schmetterling wurde insbesondere an der Effizienz und Präzision der Wellenbewegung gearbeitet. Im Brustschwimmen standen die Optimierung der Bewegungsabläufe, eine effektive Koordination und die Reduzierung unnötiger Bewegungen im Mittelpunkt. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Techniksicherheit bei hohen Zugfrequenzen. Gerade bei steigender Geschwindigkeit muss die technische Qualität erhalten bleiben. Deshalb arbeiteten die Athlet*innen gezielt daran, auch bei hohen Frequenzen eine stabile Wasserlage, einen effektiven Zugweg und eine kontrollierte Bewegungsausführung sicherzustellen. Die Korrekturen wurden unmittelbar im Wasser ausprobiert und anschließend gemeinsam ausgewertet. So konnten die Schwimmer*innen direkt erfahren, wie sich technische Veränderungen auf Wasserlage, Vortrieb und Geschwindigkeit auswirken. Staffeltraining als wichtiger Baustein.

Neben den individuellen Schwerpunkten stand am Sonntag auch die Staffelvorbereitung auf dem Programm. Insbesondere Staffelstarts und die Abstimmung innerhalb der Mannschaft wurden intensiv trainiert. Für einige Athletinnen war dies eine besondere Erfahrung, da sie bislang noch nicht für Deutschland bei einem internationalen Wettkampf an den Start gegangen sind. Dabei wurde deutlich, wie wichtig neben der individuellen Leistungsfähigkeit auch das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft ist. Wechsel, Timing und gegenseitiges Vertrauen müssen unter Wettkampfbedingungen zuverlässig funktionieren. Die Motivation der Athlet*innen war während des gesamten Trainingslagers deutlich spürbar. Alle drei zeigten großen Einsatz und den klaren Willen, sich optimal auf die Europameisterschaften vorzubereiten und Deutschland in Freiburg erfolgreich zu vertreten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach Freiburg Das zweite Trainingslager in Braunschweig war damit weit mehr als eine weitere Trainingsmaßnahme. Es bot die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen den Athlet*innen und dem neuen Bundestrainer weiter zu intensivieren, individuelle technische Schwerpunkte herauszuarbeiten und wichtige wettkampfspezifische Inhalte zu trainieren.

Für die drei Nationalschwimmer*innen war Braunschweig damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg nach Freiburg. Die Richtung ist klar: Gemeinsam arbeiten, individuelle Stärken weiterentwickeln und als Mannschaft bestmöglich vorbereitet in die Europameisterschaft starten.