Deutsche Gehörlosen Triathlon-Meisterschaften über die Sprintdistanz in Erding bei München

Kaum zwei Wochen nach dem letzten Wettkampf (Mitteldistanz in Ferropolis) standen bereits die nächsten Deutschen Gehörlosen Triathlon-Meisterschaften auf dem Programm – diesmal über die Sprintdistanz mit 400 Metern Schwimmen, 19 Kilometern Radfahren und 5,4 Kilometern Laufen. Wie bereits im Vorjahr fanden die Meisterschaften in Erding statt, rund 30 Kilometer nordöstlich von München und bekannt als Heimat der beliebten bayerischen Bierspezialität „Erdinger Alkoholfrei“, und es war wie 2025 wieder ein tolles Fest! Wieder wurde für uns eine gelebte Inklusion durchgeführt inklusive gleichem Dolmetscher Tom Exner vom letzten Jahr, ein großes Dankeschön dafür!!! Auch diesmal hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Obwohl der Himmel überwiegend bewölkt war, herrschten angenehme Temperaturen für einen Triathlonwettkampf. Das Schwimmen wurde erneut im Kronthaler Weiher ausgetragen, dessen Wassertemperatur im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas wärmer (ca. 21 Grad) war. Daher verzichteten auch viele Triathleten auf einen Neoprenanzug, einige trugen stattdessen einen dünnen Swimsuit, eine sog. zweite Fischhaut.

Der Start war wie letztes Jahr nach Geschlechter getrennt, diesmal jedoch mit einer Zeitspanne von 10min mehr als vor einem Jahr, also 15 Minuten. Während die Männer, egal ob hörend oder gehörlos, um 12.35 Uhr starteten, folgten die Damen erst um 12.45Uhr. Viele gehörlosen Teilnehmer/innen konnten das Wasser mit guten Schwimmleistungen verlassen und die Wechselzone über einen ca. 300m langen Rennweg teilweise auf Teppich und später auf Beton erreichen. Während einige erst dort ankamen, verließen bereits einige Erstplatzierten die Wechselzone schon auf dem Rad. Also hieß es: schnell aus dem Schwimmanzug heraus und Schwimmmaterialien wie Badekappe sowie Schwimmbrille ablegen, dann den Gürtel mit der Startnummer um den Bauch herum zubinden und den Radhelm aufsetzen. Bevor das Rennrad oder Triathlonrad angefasst wird, muss der Radhelm unterm Kinn geschlossen werden. Dann erst darf aufs Rad aufgesprungen werden, wenn eine Linie erreicht wurde. Einige ziehen die Radschuhe – mit oder ganz ohne Socken –, abhängig welche Art von Klickpedalen sie haben, bereits in der Wechselzone an oder erst auf ihrem Rad, bevor sie die Verfolgung aufnehmen. Viele bekannte Gesichter der Konkurrenten/innen, waren bereits vor der Wendezone zu erkennen, die nach einem Wehr endete. Zurück ging es wie auf der Hinfahrt über eine beengte Landstraße mit starkem böigem Seitenwind, wo man sich richtig anstrengen musste. Zurück in der Wechselzone kämpften sich alle schnaufend in die Laufschuhe, bevor die Laufstrecke in Angriff genommen wurde. Die Laufstrecke führte überwiegend über schöne, schattige Wege und wechselte zwischen Asphalt- und Waldabschnitten. Die angenehmen Bedingungen ermöglichten es vielen, ein hohes Tempo beizubehalten. Der Zielkanal, wo Überholverbot bestand, sowie der Zieleinlauf bot wie immer ein Spektakel, in der Stadtmitte von Erding feuerten viele Zuschauer/innen und ein paar junge Cheerleaderinnen vor dem Zielbogen die Athleten/innen mit ihren in die Höhe schwenkenden Pompons nochmal kräftig an, bevor sie die Ziellinie überqueren. Nach dem Überqueren der Ziellinie konnte sich jede/r Teilnehmer/in ein kostenloses Bierglas mit dem Aufdruck der 31.Einlage des Erdinger Stadttriathlons nehmen und sich mit einer kühlen alkoholfreien Biersorte der Bierfirma „Erdinger…“, auch mit der Sorte Zitrone oder Grapefruit erfrischen. Alle gehörlose Teilnehmer/innen konnten erfolgreich die Ziellinie erreichen! Herzlichen Glückwunsch!

Letztes Jahr nach dem Wettkampf in Münster ging der sehr erfolgreiche Bayer Volker Marks (AK 45-59) nach vielen Jahren in Triathlonrente, so dass der Sachse Max Zellmer (AK 30-44) dieses Jahr als Erster das Ziel für die Männerklasse der Gehörlosen in der Sprintdistanz erreichte, gefolgt von Markus Odorfer und Sebastian Schölzel. In der AK (45-59) gewann Philipp Eisenmann während in der jungen AK (18-29) Yannick Schroeter sich auf Platz 1 platzierte. Auch Godehard Ricke sicherte sich als einsamer Teilnehmer seiner AK (Ü60) wie Barbara Brummer in der Damenklasse AK (Ü60) den Titel. In der Frauenklasse AK (30-44) gewann wie letztes Jahr Annette Schulze, danach folgte Katrin Hanke. Gabriele Echle AK (45-59) führte vor Claudia Platzek und Alexandra Merkel. Bei den hörenden Ehrungen gab es erneut Überraschungen mit erfolgreichen Platzierungen, wo es als Geschenk für den 1.Platz ein Käppi von Erdinger Alkoholfrei gab. Die, die den 2.Platz ergatterten, konnten sich über ein Stirnband der gleichen Marke freuen, während die Drittplatzierten sich mit einer Trinkflasche fürs Radfahren zufrieden geben mussten.

Beim Bundesländervergleichskampf sicherte sich die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt erneut den Titel vor Bayern und NRW mit 9 Minuten Vorsprung. Applaus an ALLE !!! Besonders schön war es, dass fast am Ende der Veranstaltung alle gehörlosen Triathleten mit dem neuen DGSV-Banner auf die Bühne kommen sollte, um uns vor den Zuschauer/innen präsentieren zu dürfen. Auch dort gab es reichlich Applaus in der Gebärdensprache. Dies sorgte mal wieder für Gänsehautmomente! DANKE ERDING !!!

Ergebnisse der ersten Drei der hörenden Altersklasse:

2.Platz Godehard Ricke (AK 65)

1.Platz Barbara Brummer (AK 65)

1.Platz Annette Schulze (AK 40)

3.Platz Katrin Hanke (AK 40)

3.Platz Claudia Platzek (AK 50)