NeuseenMAN Triathlon: Mitteldistanz & Staffel

Ferropolis, auch bekannt als die „Stadt aus Eisen“, liegt auf einer Halbinsel im Gremminer See in der sachsen-anhaltischen Kleinstadt Gräfenhainichen. Das riesige Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus ist auch Veranstaltungsort für Sportwettkämpfen und Musikfestivals, die sogar mit dem Live Entertainment Award (LEA) für die „Herausragendste Location Deutschlands“ ausgezeichnet wurde. D.h. eine Location und viele Möglichkeiten!

Deshalb fand dort auch zwischen den 3 von 5 begehbaren Tagebau-Großgeräten wie Schaufelbagger in Absprache mit dem Veranstalter des NeuseenMAN Triathlon die erste Mitteldistanz in der Geschichte des deutschen Gehörlosensports statt. Dort fühlten wir auch Dank dem Veranstalter eine gelebte Inklusion, weil beim Einmarsch der verschiedenen deutschen Bundesländern inklusive ihren Fahnen auch die Gehörlosen-Community mit ihrer neuen Flagge herzlich willkommen gehießen wurden. Statt Applaus wurden wir mit gedrehten Händen in der Luft begrüßt. Dies sorgte für Gänsehautmomente. Der erste Wettkampf der Gehörlosen im Jahr 2026 wurde am Samstag 30.5.2026 mit den Staffelmeisterschaften über die Volksdistanz (700m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen) durchgeführt. Gemeldet waren 8 Mannschaften, zwei Teams haben leider noch aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Leider wurde auch eine Mannschaft aufgrund eines Abbruchs beim Schwimmen disqualifiziert. Eine Mannschaft startete außer Wertung, da die Radfahrerin aus einem anderen Verein ist. Die erste gemischte Mannschaft des GSBV Halle, die aus starken Nachwuchsathleten bestand, siegte sogar vor den hörenden Staffelteams und sie wurden sogar auf der Bühne mit dem zweiten Team des GSBV Halle, die den 3.Platz unter den Normalhörenden belegte, vor den hörenden Zuschauern und Teilnehmer/innen geehrt. Bei den hörenden männlichen Staffelteams war die Überraschung groß, denn es siegte dort auch trotz einer weiblichen Radfahrerin eine weitere Mannschaft des GSBV Halle.


1. Platz - GSBV Halle 1 - Ella-Marie Kurzmann - Leon Brunnert - Yannick Schroeter - 1:03,49 Std
2.Platz- GSBV Halle 2- Ralf Bernhardt -Jens Preissner - Yohan Marcelino -1:10,48Std.
3.Platz - GSBV Halle 3 - Sebastian Schölzel - Stephanie Beyer - Max Zellmer - 1:14,21 Std.
4. Platz - GSV München - Barbara Brummer - Gaby Echle - Barbara Brummer - 1:28,06 Std.

Außer Wertung - NRWDT - Mario Schröder - Annette Schulze - Sigrid Schroder - 1:32,39 Std.
Disqualifiziert - GSV Bayreuth * Alexandra Götz - Claudia Platzek - Oliver Fiedler

Nicht gestartet - GSV Pforzheim - lna Cirak - Frank Krämer - Claudia Reichelt-Vollmer
Nicht gestartet - GSV Recklinghausen - Nicole Piepke * Claudia Hellwig - lngrid Korte

Sonntag, den 31.05.2026 begann der Wettkampf über die Mitteldistanz mit 1,9 Kilometern Schwimmen im Gremminer See. Die attraktive Schwimmstrecke in einer leicht verjüngten „M“-Form bot beste Bedingungen und machte viel Freude. Anschließend folgten 90 Kilometer auf dem Rad. Die Strecke bestand aus zwei Runden à 45 Kilometer und führte über lange, geradlinige Straßen mit teilweise starkem Gegenwind. Einige Abschnitte erinnerten aufgrund des Fahrbahnbelags an frühere DDR-Straßen und sorgten für erhebliche Erschütterungen. Besonders auf dem Zeitfahrrad wurde die Belastung spürbar. Zum Abschluss wartete der Halbmarathon über 21 Kilometer. Die Laufstrecke führte dreimal über einen sieben Kilometer langen Rundkurs zwischen dem Gelände der Eisenstadt Ferropolis und den umliegenden Feldern. Vorbei an den imposanten Schaufelradbaggern des ehemaligen Tagebaus boten die Maschinen etwas Abkühlung, während auf den offenen Feldpassagen schwüle Temperaturen zusätzliche Herausforderungen mit sich brachten. Besonders hervorzuheben war die großartige Stimmung entlang der Strecke. Die Unterstützung durch die Veranstalterinnen und Veranstalter sowie die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer machte die letzten Kilometer leichter und sorgte beim Zieleinlauf für echte Gänsehautmomente. Ein historischer Tag für den deutschen Gehörlosensport und ein Erfolg, der lange in Erinnerung bleiben wird. Triathlon-Fachwart des DGSV Max Zellmer vom GBSV Halle überquerte als erster Triathlet unter den Gehörlosen in der Männerklasse die Ziellinie über die Mitteldistanz, während es bei den Damen Beisitzerin der gleichen Sparte Annette Schulze vom GTSV Essen ist. Youngster Yannick Schroeter vom GBSV Halle tat das Gleiche in der AK 18-29, während die mittleren "Oldies" in der männlichen AK 45-59 Matthias Männel-Starke vom GSV Bremen und Gabriele Echele vom GSV München in der weiblichen AK 45-59 ebenfalls die ersten Plätze belegten. Besonders schön waren die Ehrungen auf der Bühne unter den Hörenden, wo die Staffelteams und die ersten drei platzierten Triathleten/innen mit Awards oder Blumen mit Kinder-Radhelme ausgezeichnet wurden.